Als Duanne Moeser und ich am Samstag, den 05. Januar, in Nürnberg aufgewacht sind, lagen draußen 10-15 cm Neuschnee. Eigentlich ist das ja wunderschön. Nur die Tatsache, dass ich weder Jacke noch meine Schuhe bei mir hatte, machte es etwas kompliziert. Wir beide mussten mit den Taxi zum Bahnhof fahren um zurück nach Augsburg zu kommen. Meine einziger Strohhalm, nach dem ich greifen konnte, waren die Wellness Hotel Badeschlappen aus Baumwolle.

Bereits nach den ersten Metern waren meine Füße Patschnass. Das war so bitterkalt, dass ich die Tatsache, ohne Jacke unterwegs zu sein, völlig nebensächlich fand. Als wir in der Bahnhofshalle standen waren die Schlappen sowie meine Socken durchgeweicht und die Leute haben mich mit fragenden Blicken angestarrt. Im Zug konnte ich meine Füße etwas wärmen aber als wir in Augsburg angekommen sind, bot sich das exakt selbe Bild. Die Bahnsteige waren weiß und mir hat das ganze überhaupt keinen Spass mehr gemacht. Jeder Schritt quietschte, war nass, kalt und ich verlor dabei fast jedesmal den “Schuh”. Als wir endlich in der Kabine angekommen waren, ging ich schnurstracks unter die Dusche. Dort habe ich eine halbe Ewigkeit verbracht um wieder auf Normaltemperatur zu kommen.

Aber jetzt mal von vorne. Wie kam es überhaupt dazu…

Am 01. Januar ging es um 8:00 Uhr mit dem Bus nach Bremerhaven. Am nächsten Tag dort gespielt und direkt weiter über Hannover, um ein paar Stunden zu schlafen, Richtung Nürnberg. Im letzen Drittel habe ich gegen die Ice Tigers einen Check bekommen und bin mit Schmerzen Richtung Kabine gewandert. Es war kaum auszuhalten und wurde immer schlimmer. Der Verdacht auf eine Rippenfraktur lag nahe, innere Verletzungen sollten ausgeschlossen werden. Deshalb ging es direkt mit Blaulicht ins nächste Krankenhaus. Um 1:30 Uhr und nach mehreren Untersuchungen hat der Arzt mir mitgeteilt, dass ich gehen kann. Die Rippe war durch, der Rest soweit in Ordnung.

Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich selbständig hoch kam. So eine Rippe verursacht höllische Schmerzen. Ich wollte mich dann umziehen, da ich immer noch meine Sportunterwäsche trug. Aber leider haben die Jungs, die mir meine Sachen in den Krankenwagen gebracht haben, Jacke und Schuhe vergessen. Duanne und ich mussten dabei schon etwas lachen. Es ist Anfang Januar, halb zwei in der Nacht und wir steigen in luftigem Outfit ins Taxi.

Bei der Hotelsuche hat es auch erst im zweiten Anlauf geklappt und nach ein paar Stunde Schlaf ging für mich die Reise erst so richtig los!
In der Kabine haben meine Schuhe und die Jacke dann auf mich gewartet. Selten habe ich mich so darauf gefreut.
Die Hotelschlappen habe ich sofort in den Mülleimer geworfen. Aber aus irgendeinem Grund lagen diese am nächsten morgen frisch gewaschen wieder auf meinem Platz. Wer dieser gütige Mitspieler war, habe ich bis heute noch nicht herausgefunden. Aber ich bin danach auf Nummer sicher gegangen und habe die Schlappen in einem anderen Mülleimer, etwas weiter entfernt vom Curt-Frenzel-Stadion entsorgt.

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